Fußball im Russischen Film – Spiel, Spaß und Ernst.

23. März 2018 - 28. März 2018

Im Rahmen des Internationalen Fußballfilmfestivals „11mm“. Programmübersicht. 23. – 28. März

Anlässlich der diesjährigen Fußball-WM in Russland organisiert die Mediaost GmbH, Mitveranstalterin der Russischen Filmwoche, gemeinsam mit dem Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin die Filmreihe „Fußball im Russischen Film“. Vom 23. März bis 28. März 2018 werden sieben Filme mit englischen Untertiteln gezeigt, die Einblick in die Vielfalt der über 60-jährigen Geschichte des sowjetischen und russischen Fußballfilms geben. Neben Unterhaltung steht dabei auch die Auseinandersetzung mit ernsten Themen im Mittelpunkt der Filmreihe.

Eröffnet wird die Filmschau von Andrej Maljukovs Erinnerungsstück „Das Spiel“ (Match/Матч) aus dem Jahre 2012, das die Geschichte des sogenannten Todesspiels des Jahrs 1942 zwischen sowjetischen Kriegsgefangenen und deutschen Wehrmachtssoldaten in Kiev aufgreift. Die Geschichte um den gefeierten Torwart Nikolaj Ranevich, gespielt vom russischen Filmstar Sergej Besrukov, und seinem Team zeigt in bester Hollywood-Manier den Zwiespalt ihrer Helden zwischen Kapitulation oder Widerstand, Überleben oder Sterben. Besrukov, für seine Rolle als bester Schauspieler auf dem Marbella Russia Film Festival ausgezeichnet, steht die ebenfalls sehr beliebte Elizaveta Bojarskaja in der Rolle der Anna zur Seite, die in ihrem Spiel Stärke, Sehnsucht und Heimat verkörpert. Der vielfach ausgezeichnete Maljukov wagte sich mit seinen Stars als Zweiter an die Verfilmung des noch bis 2005 von Historikern vielfach kontrovers diskutierten Ereignisses und dessen Folgen. Ebenfalls in der Filmreihe zu sehen ist der erste, anlässlich des 20. Jahrestags erschiene Film „Die dritte Halbzeit“ (Tretiy Taym/Третий тайм) (1962) von Evgenij Karelov. Das Drama um die „Start“-Mannschaft und die aufregende Kameraführung in den Spielsequenzen lockten damals 32 Millionen Sowjetbürger in die Kinos. Am 27.03.2018 gibt es die Möglichkeit, die Filme „Die dritte Halbzeit“ und „Das Spiel“ hintereinander zu sehen und so Vergangenheit und Gegenwart der Aufbereitung des streitbaren Filmstoffes zu vergleichen.

Der Rückgriff auf wahre Begebenheiten sowie Realitätsnähe zeichnet auch die Shooting Stars der Filmreihe „Kicking Off – Anstoß zur 3. Halbzeit“ (Okolofutbola/Околофутбола) (2013) und „Kickplatz“ (Korobka/Коробка) (2016) aus. Vor allem jedoch stechen sie durch ihren offenen Umgang mit den Themen Fußball und Fangewalt sowie Fremdenfeindlichkeit im Sport hervor. „Kicking Off“ stellt die russische gewalttätige Fankultur als real existierende Parallelwelt dar, der Lehrer, Automechaniker und Bänker angehören. Er zeigt, wie die organisierten Fangruppen, sogenannte Firmen, arbeiten und sich mafiöse Strukturen bilden, in denen nur vollkommene Loyalität zählt. Das Langfilmdebüt des jungen Regisseurs Eduard Bordukov „Kickplatz“ fand national und international hingegen mehr Gehör. Die Russische Gilde der Filmkritiker nominierte Bordukov in der Kategorie „Bestes Debüt“, bei den internationalen Kinder- und Jugendfilmfestivals in Chicago und Zlìn sowie auf dem Palermo International Sport Film Festival wurde „Kickplatz“ als bester Film prämiert. Hauptfigur Kostja grübelt, wie er den Trainer der Profis ansprechen soll damit dieser ihn in seine Mannschaft aufnimmt. Doch bald stellt sich ihm und seinen Freunden eine ganz neue Frage: Wer hat das Vorrecht auf dem Kickplatz? Russen oder Kaukasier? Bordukov gelingt es, durch stringentes und unaufgeregtes Erzählen, einen Zugang zum bis dahin filmisch vernachlässigten Sujet Fremdenfeindlichkeit unter Jugendlichen zu eröffnen. „Kickplatz“ ist ebenfalls im diesjährigen Wettbewerb des 15. Fußballfilmfestivals 11mm vertreten.

Mit „Garpastum“ (Гарпастум) (2005) von Alexej German Jr., dessen Film „Dovlatov“ gerade im Wettbewerb der Berlinale lief, wird ein weiterer mehrfach international und national ausgezeichneter Film präsentiert. German Jr. fängt in Sepia die Stimmung zu Beginn des 1. Weltkriegs ein, die im damaligen Sankt Petersburg durch Unsicherheit und Gewalt auf der einen und das Silberne Zeitalter der Literatur auf der anderen Seite geprägt war. Im Mittelpunkt stehen zwei Brüder, die in den Wirren ihrer Zeit um Geld spielen, um so ihren Traum Fußballer zu werden zu verwirklichen. Danila Koslovskij, der den älteren Bruder Nikolaj spielt, erhielt für seine Darstellung den Weißen Elefanten, der von russischen Filmexperten und -kritikern verliehen wird.

Wie im wahren Leben liegen Ernst und Spaß häufig nah beieinander. Zum übrigen Programm zählen daher auch die Komödien „Die erste Schwalbe – Wie der Fußball nach Georgien kam“ (Pervaya Lastochka/Первая ласточка) (1975) und „Lucky Trouble“ (Vykrutasy/Выкрутасы) (2011). Im erstgenannten Film entdeckt eine kleine georgische Provinz den Fußball für sich. Regisseurin Nana Mchedlidze gelang ein wunderbares Stück über die Freude am Spiel, das sowohl in der UdSSR als auch international, u.a. beim Sportfilmfestival Oberhausen 1977, eine Vielzahl an Auszeichnungen erhielt. „Lucky Trouble“ unterhält in Starbesetzung nicht nur die großen, sondern auch die kleinen Zuschauer. Milla Jovovich als wartende Braut und Konstantin Khabenski, bekannt aus Wächter der Nacht (2004), als Fußballtrainer wider Willen machen Levan Gabriadzes Werk zu einem perfekten Familienfilm.

Im Programm sind ganz unterschiedliche Filme vertreten – von ästhetischen Werken für Filmexperten über Unterhaltung für die ganze Familie bis hin zu aktuellen sozialen Dramen, die sowohl filmtechnisch als auch inhaltlich nationale Grenzen überwinden und soziale Probleme ansprechen, die weltweit diskutiert werden. Fußball ist längst nicht mehr nur ein Sport wie viele andere Sportarten. Es ist eine Kulturwelt mit allen Elementen, die auch sonst ein menschliches Leben begleiten – Leidenschaft, Herausforderung, die Suche nach Wahr- und Echtheit. Und davon handeln auch Filme der Filmreihe „Fußball im Russischen Film“.

Die Eröffnung der Retrospektive am 23. März um 19.00 Uhr.
Alle Gäste laden wir zum Sektempfang nach dem Film ein.


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